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Komodowaran / Komododrache (Varanus komodoensis)

Der Komodowaran ist die größte lebende Echse der Welt. Bis zu 3 Meter Länge und rund 100 kg sind möglich. Die imposanten Reptilien haben aber noch mehr zu bieten, als nur ihre Köpergröße. Sie gehören außerdem zu den wenigen Echsen mit Giftdrüsen. Dies ermöglicht ihnen das Erlegen großer Beute. Mähnenhirsche zum Beispiel sind typische Beutetiere. Mit ihrer gespaltenen Zunge, den dunklen Augen und dem massigen Körper bieten die seltenen Riesenechsen einen faszinierenden Anblick. Komodowarane leben nur noch auf fünf Inseln Indonesiens. Die Bekannteste davon ist Komodo, die Dracheninsel. Vermutlich gibt es weltweit noch wenige Tausend Exemplare der Riesenwarane.

Der Komodowaran ist ein großes Raubtier mit verhältnismäßig geringer Bisskraft. Die wahren Waffen der Riesenechsen sind ihre scharfen Zähne, der giftige Speichel und Geduld. Ein adulter Komodowaran kann sogar einen rund 300 kg schweren Wasserbüffel erlegen. Zudem riechen die Komododrachen Beutetiere oder Aas bereits aus mehreren Kilometern Entfernung.

Im Artikel Die Heimat der Komodowarane findest Du einen spannenden Bericht über die Beobachtung der Warane in ihrem natürlichen Lebensraum. Hier stellt Dir AGE™ spannende Fakten, Steckbrief und Fotos des imposanten Drachen vor.

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Das Rätsel um den Drachen-Speichel

– Wie tötet ein Komodowaran? –

Gefährliche Bakterien?

Eine veraltete Theorie besagt, dass gefährliche Bakterien im Speichel des Komodowarans für die Beute tödlich sind. Die Wundinfektion verursacht eine Sepsis und diese führt zum Tod. Studien haben allerdings gezeigt, dass die Bakterien aus dem Speichel der Großechsen auch bei anderen Reptilien und fleischfressenden Säugern vorkommen. Vermutlich werden sie beim Fressen von Aas aufgenommen und dienen nicht der Tötung. Selbstverständlich schwächen die Infektionen das Beutetier jedoch zusätzlich.

Toxine im Speichel?

Inzwischen ist bekannt, dass Toxine im Speichel der Komodowarane die tatsächliche Ursache sind, weshalb die Beute nach einer Bissverletzung zeitnah stirbt. Die Anatomie der Zähne von Varanus komodoensis gibt keinen Hinweis auf den Einsatz von Gift, darum wurde ihr Giftapparat offensichtlich lange übersehen. Inzwischen ist belegt, dass der Komododrache Giftdrüsen im Unterkiefer besitzt und die Ausführungsgänge dieser Drüsen zwischen den Zähnen münden. So gelangt das Gift in den Speichel der Warane.

Des Rätsels Lösung:

Adulte Komodowarane sind Lauerjäger und töten sehr effektiv. Sie warten bis ein Beutetier unbemerkt in ihre Nähe kommt, dann schnellen sie vor und attackieren. Ihre scharfen Zähne reißen tiefe Verletzungen, wenn sie versuchen die Beute niederzureißen, nach den Fesseln schnappen oder ihr den Bauch aufschlitzen. Der hohe Blutverlust schwächt die Beute. Kann sie dennoch flüchten, wird sie verfolgt und die Giftwirkung setzt dem Opfer zu.
Die Toxine bewirken eine starke Blutdrucksenkung. Diese führt zum Schock und zur Wehrlosigkeit. Die bakterielle Infektion der Wunden schwächt das Tier zusätzlich, sollte es hierfür lange genug leben. Insgesamt eine evolutionär perfekt entwickelte Jagdmethode. Effektiv und mit einem niedrigem Energieaufwand für den Komodowaran.

Sind Komodowarane gefährlich für den Menschen?

Ja, die Riesenwarane können gefährlich werden. In der Regel wird der Mensch aber nicht als Beute betrachtet. Leider kam es jedoch vereinzelt zu bedauerlichen Todesfällen bei einheimischen Kindern. Auch Touristen, die Nahaufnahmen und Selfies machen wollten, wurden schon von Komodowaranen angegriffen. Die Tiere dürfen niemals bedrängt werden und ein gebührender Sicherheitsabstand ist Pflicht. Die meisten Tiere im Komodo-Nationalpark wirken jedoch ruhig und entspannt. Sie sind keinesfalls blutrünstige Menschenfresser. Trotzdem bleiben die faszinierenden und behäbig wirkenden Drachen Raubtiere. Manche zeigen sich sehr aufmerksam, dann ist erhöhte Vorsicht bei der Beobachtung geboten.
Steckbrief Komodowaran / Komododrache
Tiere Systematik Ordnung Unterordnung Familie Tier-Lexikon Systematik Klasse: Reptilien (Reptilia) / Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata) / Familie: Warane (Varanidae)
Tier-Lexikon Tiere Größe Art Tiername Tierschutz Artname Wissenschaftlich: Varanus komodoensis / Trivial: Komodowaran & Komodo Drache 
Tier-Lexikon Tiere Merkmale weltweit Tierschutz Merkmale Stämmiger Körperbau / Schwanz etwa so lang wie Kopf und Rumpf / gespaltene Zunge / kräftige Klauen / Färbung graubraun Jugendzeichnung dunkel mit gelben Flecken und Bändern
Tier-Lexikon Tiere Größe Gewicht weltweit Tierschutz Größe / Gewicht Die größte lebende Echse der Welt! bis 3 Meter / bis 80 kg (im Zoo bis 150 kg) / Männchen > Weibchen
Tier-Lexikon Tiere Fortpflanzung Tierschutz Fortpflanzung Geschlechtsreif mit 7-10 Jahren / Paarung in der Trockenzeit (Juni, Juli) / Kometkämpfe unter Männchen
Gelege: 25-30 Eier / Schlupf nach 7-8 Monaten, Geschlecht nicht von Bruttemperatur abhängig
Parthenogenese möglich = unbefruchtete Eier mit Jungtieren (alle sind männlich und dem Muttertier genetisch sehr ähnlich)
Tier-Lexikon Tiere Lebenserwartung Tierarten Tierschutz Lebenserwartung Weibchen bis 30 Jahre, Männchen über 60 Jahre, exakte Lebenserwartung unbekannt
Tier-Lexikon Tiere Lebensraum Tierarten Tierschutz Lebensraum savannenartiges Grasland, Waldgebiete
Tier-Lexikon Tiere Lebensweise Tierart Tierschutz Lebensweise landlebend, tagaktiv, Einzelgänger; Jungtiere auf Bäumen lebend, Adulte am Boden
Tier-Lexikon Tiere Nahrung Ernährung Tierarten Tierschutz Ernährung Jungtier: Insekten + Vögel + kleine Echsen z.B. Geckos  (aktive Jagd)
Adult: carnivor, u.a. große Säugetiere wie Wildschweine und Mähnenhirsche (Lauerjäger) & Aasfresser & Kannibalismus
giftiger Speichel hilft große Beutetiere zu erlegen
Tier-Lexikon Tiere Verbreitungsgebiete Erde Tierschutz Verbreitungsgebiete 5 Inseln in Indonesien: Flores, Gili Dasami, Gili Motang, Komodo, Rinca
Tier-Lexikon Tiere Population weltweit Tierschutz Populationsgröße vermutlich noch 3000 bis 4000 Tiere insgesamt (Stand 2021, Quelle: elaphe 01/21 der DGHT)
2919 auf Komodo + 2875 auf Rinca + 79 auf Gili Dasami + 55 auf Gili Motang (Stand 2016, Quelle: Informationszentrum Loh Liang auf Komodo)
Tier-Lexikon Tiere Verbreitungsgebiete Erde Tierschutz Schutzstatus Rote Liste: verletzlich (letzte Bewertung 1996)
Washingtoner Artenschutz: Anhang I / VO (EU) 2019/2117: Anhang A / BNatSCHG: streng geschützt

AGE™ hat Komodowarane für Dich entdeckt:


Tierbeobachtung Fernglas Tierfotografie Tiere beobachtren Nahaufnahmen Tiervideos Wo kann man Komodowarane beobachten?

Wilde Komodo Drachen gibt es nur noch in Indonesien auf Komodo, Rinca, Gili Dasami und Gili Motang des Komodo Nationalparks, sowie in einzelnen Bereichen der West- und Nordküste der Insel Flores, welche nicht zum Nationalpark gehört.
Die Fotografien für diesen Fachartikel entstanden im Oktober 2016 auf den Inseln Komodo und Rinca.

Fabelhaftes:


Tiere Geschichten Mythen Sagen Legenden aus dem Tierreich Drachen-Mythos

Märchen und Sagen mit fantastischen Drachenwesen faszinieren die Menschheit seit jeher. Der Komodowaran kann zwar kein Feuer speien, trotzdem lässt er das Herz von Drachenfans höher schlagen. Die größte noch lebende Echse der Welt entwickelte sich vor 4 Millionen Jahren in Australien und erreichte vor ca. 1 Million Jahre Indonesien.  In Australien sind die Riesen längst ausgestorben, in Indonesien leben sie bis heute und werden als „die letzten Dinosaurier“ oder „die Drachen von Komodo“ betitelt.

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Quellenangabe Textrecherche
Bundesamt für Naturschutz (o.D.): Wissenschaftliches Informationssystem zum Internationalen Artenschutz. Taxon Information Varanus komodoensis. [online] Abgerufen am 02.06.2021, von URL: https://www.wisia.de/prod/FsetWisia1.de.html

Dollinger, Peter (Letzte Änderung 16 Oktober 2020): Zootier-Lexikon. Komodowaran. [online] Abgerufen am 02.06.2021, von URL:
https://www.zootier-lexikon.org/index.php?option=com_k2&view=item&id=2448:komodowaran-varanus-komodoensis

Fischer, Oliver & Zahner, Marion (2021): Komodowarane (Varanus komodoensis) Status und Erhalt der größten Echse in der Natur und im Zoo. [Print-Magazin] Komodowarane. elaphe 01/2021 S.12 bis S.27

Gehring, Philip-Sebastian (2018): Nach Rinca der Warane wegen. [Print-Magazin] Großwarane. Terraria/elaphe 06/2018 S.23 bis 29

Informationen im Besuchszentrum vor Ort, Informationen durch den Ranger, sowie persönliche Erfahrungen beim Besuch des Komodo-Nationalparks im Oktober 2016.

Kocourek Ivan, Übersetzung aus dem Tschechischen von Kocourek Ivan & Frühauf Dana (2018): Nach Komodo – zu den größten Echsen der Welt. [Print-Magazin] Großwarane. Terraria/elaphe 06/2018 S.18 bis S.22

Pfau, Beate (Januar 2021): elaphe Abstracts. Main topic: Komodo dragons (Varanus komodoensis), status and conservation of the largest lizards on Earth.
Article series by Oliver Fischer & Marion Zahner. [online] Abgerufen am 05.06.2021, von URL: https://www.dght.de/files/web/abstracts/01_2021_DGHT-abstracts.pdf

World Conservation Monitoring Centre (1996): Varanus komodoensis. The IUCN Red List of Threatened Species 1996. [online] Abgerufen am 02.06.2021, von URL: https://www.iucnredlist.org/species/22884/9396736

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