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Whale Watching – Auf den Spuren der sanften Riesen

Respektvolle Walbeobachtung ... Island, Mexiko, Galapagos, Teneriffa ...

Gespannt starren wir auf die Wasseroberfläche. Eine Versammlung aufgeregt flatternder Seevögel hat das Geheimnis verraten: Hier ist ein Wal. Die Minuten verstreichen… das Schiff bleibt wo es ist und unser Guide mahnt Geduld… gespannt suchen wir die Wasseroberfläche ab. In der Ferne teilt ein Blas die Wellen und eine Schwanzflosse thront für einen kurzen Moment auf der Gischt, bevor sie entschwindet… Stille. Plötzlich reißt uns ein lautes Prusten aus der Anspannung. Wasser zischt und der massige Körper taucht direkt neben dem Boot aus dem Wasser. Ein atemberaubender Moment.

AGE™

Walbeobachtung mit Respekt

Du träumst von Deiner ersten persönlichen Begegnung mit einem Wal? Aber Du bist Dir nicht ganz sicher, ob eine Whale Watching Tour ok ist? Oder gehörst Du zu den Glückspilzen die diese faszinierenden Meeressäuger schon auf Du und Du gesehen haben? Kannst Du auch nicht genug bekommen von Ihrem faszinierenden Anblick? Und hast Du vielleicht, zumindest ein klein wenig, ein schlechtes Gewissen dabei? AGE™ vertritt die Ansicht, dass Whale Watching Touren grundsätzlich okay sind, solange Du auf seriöse Anbieter achtest. Gerade in einem Land wie z.B. Island, in dem Walfang gesetzlich noch immer erlaubt ist, ist es wichtig den nachhaltigen Ökotourismus und damit den Schutz der Wale zu fördern. Die Möglichkeit mit Walbeobachtungen Geld zu verdienen ist und war in einigen Ländern ein zwar banaler, aber wichtiger Grund vom Walfänger zum Walschützer zu werden. Mit dem Kurswechsel änderte sich der Blickwinkel und mit diesem schließlich auch die Einstellung. Ein guter Weg für Mensch und Wal. Wichtig ist nun, dass die Wal-Touren selbst die Wale nicht in ihren natürlichen Verhaltensweisen stören. Dafür sind wir selbst und alle gemeinsam verantwortlich.

Im Sinne der Wale sollte darum immer auf naturbewusste Anbieter geachtet werden. Klare Abstandsregeln sind Pflicht, um die Tiere nicht zu stressen und keine Verletzung zu riskieren. Eine Wal-Tour darf nicht in einer Treibjagd enden. Verantwortungsbewusste Anbieter halten Abstand und lassen die Tiere entscheiden, wie nahe sie herankommen möchten. Zudem ist eine klare Beschränkung der Bootanzahl zu begrüßen. Solange die Walbeobachtung mit dem nötigen Respekt erfolgt, fördert sie das Verständnis für diese wundervollen Geschöpfe. An Bord wird mehr über die Biologie der Wale erzählt und oft auch auf den dringlichen Schutz der Meere hingewiesen. So dienen Walbeobachtungen der Aufklärung. Ganz nach dem Motto, der Mensch schützt nur was er kennt. Für viele Menschen ist die Beobachtung von Walen ein Lebenstraum. Mit ein wenig Glück und einer Recherche vorab, solltest Du diesen Traum auch ganz ohne schlechtes Gewissen genießen.


Diese Orte versprechen tolle Walsichtungen

Wale wandern, darum sind bei der Planung nicht nur die besten Orte, sondern auch die richtigen Jahreszeiten zu bedenken. Es gibt einige ortsständige Walgruppen, wie beispielsweise die Kurzflossen-Grindwale in Teneriffa. Diese können das ganze Jahr über im selben Bereich gesichtet werden. Viele Walarten wandern jedoch zwischen einem Sommergebiet und einem Wintergebiet hin und her. Im Sommer tummeln sie sich in kühlen nährstoffreichen Gewässern und konzentrieren sich auf die Nahrungsaufnahme. Die Fortpflanzung im Winter findet dagegen in wärmeren Regionen statt.

Die Kinderstube der Grauwale zum Beispiel befindet sich in Mexiko in den Buchten der Baja California. Den Sommer verbringen die Tiere dagegen in Alaska und fressen sich satt. Buckelwale, die sich gegen August (im australischen Winter) an der Küste von Queensland fortpflanzen, wandern im November zurück in die Antarktis, wo gerade der Sommer beginnt. Analog startet die Hochsaison für Walbeobachtung auf der anderen Seite der Erde ab Juni in Grönland. Die Küsten Nordamerikas gelten während der Sommermonate insgesamt als Wal-Mekka. Aber auch in Europa kommen Walfans auf ihre Kosten. Neben Island und Norwegen locken vor allem die Azoren mit hervorragenden Möglichkeiten zur Walbeobachtung. In Island werden in der Sommersaison von Juni bis September am häufigsten Buckelwale und Zwergwale gesichtet, im Winter stehen dafür die Chancen für Orca-Sichtungen besser. Wer Orcas sehen möchte, sollte unbedingt einen Trip nach Vancouver Island in Kanada einplanen. Pottwale findet man dagegen gut in den Gewässern der Insel Dominica und von November bis März an der Küste bei Kaikura in Neuseeland. Den Blauwal, den König der Wale, kann man zum Beispiel in Mexiko, in Kalifornien sowie auf den Azoren beobachten.


Was sieht man beim Whale Watching?

Jede Walart hat einen individuellen Körperbau und ihr eigenes Verhaltensrepertoire. Als erstes ist der Blas zu sehen und meist auch zu hören. Das ist die Wasserfontäne, die beim Ausatmen des Wals entsteht. Kurz darauf wird der Rücken sichtbar. Die Rückenflosse wird im Fachjargon Finne genannt und der Schwanz wird als Fluke bezeichnet. Welche Körperteile zu sehen sind ist von der Walart und ihrem Verhalten in diesem Moment abhängig. Beim Zwergwal zum Beispiel lässt sich die sichelförmige Finne sehr gut erkennen. Grauwale dagegen haben überhaupt keine Finne, dafür hebt diese Walart häufig den Kopf aus dem Wasser. Der Buckelwal zeigt selten Kopf, aber beim Abtauchen regelmäßig die Schanzflosse. Mit diesem Flukenschlag verleiht er tiefen Tauchgängen Schwung. Der Blauwal trumpft bereits mit seiner Körpergröße. Am besten wird sein riesiger Rücken sichtbar. Finnwale wiederum sind bekannt dafür, sich beim Fressen auf die Seite zu drehen, sodass manchmal der Bauch zu sehen ist. So hält jede Walart ihre eigenen Besonderheiten bereit.

Ich will einen Wal springen sehen!

Dieser Satz ist auf so mancher Wal-Tour vom anspruchsvollen Publikum zu hören und wird oft enttäuscht. Manche Walarten springen nie. Jeder Wal ist anders und dass bei einer Wal-Tour automatisch springende Wale zu sehen sind, ist definitiv ein Mythos. Wer dieses einzigartige Schauspiel trotzdem nicht missen möchte, sollte gezielt Walarten auswählen, die für häufige Sprünge bekannt sind. Zum Beispiel den Buckelwal oder den Orca. Trotzdem bedeutet eine Sichtung dieser Arten bei weitem nicht automatisch eine akrobatische Vorführung. Inzwischen weiß man, dass die Tiere durch solche Sprünge untereinander kommunizieren. Möglicherweise ist dies der Grund dafür, dass sie sich erfahrungsgemäß während der Paarungszeit zu mehr Aktivität hinreisen lassen.


Verhaltenskodex für schonende Wal-Touren

Viele Länder haben inzwischen erkannt, dass der Schutz der Wale und ein gutes Image, auch gut fürs Geschäft sind. Für die kanarischen Inseln verleiht die Regierung zum Beispiel das Zertifikat „Blue boat“ für Anbieter, die Richtlinien für schonende Walbeobachtung einhalten. Anbieter ohne Lizenz sollten gemieden werden. In der Laguna San Ignacio der Baja California in Mexiko gilt die Vorschrift, dass maximal zwei Boote zeitgleich die selbe Walgruppe beobachten dürfen. Dies ist eine sinnvolle und lobenswerte Regel, um die Kinderstube der Grauwale zu schützen. Auch in Island hat IceWhale einen „Code of Conduct“ geschaffen. Mitglieder halten sich an diese Verhaltensregeln zum Schutz der Wale. Vergleichen Sie verschiedene Touren und informieren Sie sich über die Schutzbestimmungen im jeweiligen Land. Wirbt ein Anbieter damit, besonders nah an die Tiere heranzufahren, sollte dieses Unternehmen klar gemieden werden. Suchen Sie Alleinstellungsmerkmale, die auf einen verantwortungsvollen Anbieter hindeuten: Manche betreiben selbst ein kleines Museum, setzen sich für umweltschonende Neuerungen wie Elektroboote ein oder gehörten zu den Pionieren, die sich gegen den Walfang und für schonende Walbeobachtung stark gemacht haben.

Tiefe Begegnung mit Herz und Verstand

Genieße die Walbeobachtung in vollen Zügen, aber zügle Deine Erwartung. Whale Watching ist ein Naturschauspiel und nicht planbar. Setze die Anbieter nicht unter Druck, sondern bestärke sie darin Abstand zu halten und sich für aktiven Walschutz zu engagieren. Manche Wale finden ein Boot spannend und schwimmen von sich aus näher heran. Dann spricht nichts dagegen das Geschenk des Augenblicks zu genießen und in diese wundervolle Erfahrung einzutauschen. Viele bleiben jedoch klar auf Distanz und das sollte unbedingt respektiert werden. Wenn Du Verstöße feststellst, solltest du den Naturführer darauf ansprechen und im Zweifelsfall auch mit den Verantwortlichen der Organisation Kontakt aufnehmen. Wähle Deine Wal-Touren mit Bedacht, dann steht einer persönlichen tiefen Begegnung mit den faszinierenden Meeresriesen nichts mehr im Wege. Mit Herz und Verstand auf den Spuren der sanften Riesen.


Veröffentlichung im Print Magazin „Leben mit Tieren“


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Quellenangabe zur Textrecherche

Persönliche Erfahrungen bei der Walbeobachtung in Australien, Galapagos, Island, Kanada, Mexiko und Teneriffa. Informationen vor Ort bzw. an Bord durch Meeresbiologen & Naturführer oder Gespräche mit dem Management.

Whaletrips.org (o.D.): Homepage über Walbeobachtung in verschiedenen Ländern [online] Abgerufen am 18.09.2021, von URL: https://whaletrips.org/de/

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