Reisemagazin » Zügelpinguinkolonie auf Halfmoon Island – Expedition Südshetland

Zügelpinguinkolonie auf Halfmoon Island – Expedition Südshetland

Zügelpinguine • Brutkolonie • Landschaft

von AGE™ Travel Magazine

Subantarktische Insel

Südliche Shetlandinseln

Half-Moon Island

Half-Moon Island ist der halbmondförmige Kraterrand eines erloschenen Vulkans. Die Insel misst rund 3,5 km2 und gehört zum Archipel der Südlichen Shetlandinseln. Seit 1955 hat Argentinien eine antarktische Forschungsstation auf Half-Moon Island, ansonsten ist die Insel unbewohnt.

Für Touristen ist die Anlandung bei einer Schiffsreise in die Antarktis möglich. Ein wunderschöner Zwischenstopp und nur ca. 120 km von der Antarktischen Halbinsel entfernt. Half-Moon Island ist bekannt für seine Zügelpinguinkolonie, aber auch Eselspinguine und Antarktische Seebären werden oft gesichtet. Mit etwas Glück kannst Du zudem Weddellrobben oder See-Elefanten entdecken.

Auf einem Expeditionsschiff können auch Touristen die Antarktis entdecken, zum Beispiel auf der Sea Spirit.
Erkunde das einsame Reich der Kälte mit dem AGE™ Antarktis & Südgeorgien Reiseführer.


Antarktis • Antarktis Reise • Süd-Shetland • Half-Moon Island • Erlebnisbericht Süd-Shetland

AGE™ hat Half-Moon Island für Dich besucht:

Erlebnisbericht Half-Moon-Island

Alle an Deck! Jacken, Gummistiefel und Schwimmweste. Los geht’s. Das Expeditionsteam der Sea Spirit hat eine gute Stelle für unsere erste Anlandung gefunden und lässt bereits die restlichen Zodiacs zu Wasser. Mit diesen kleinen Schlauchbooten für extreme Bedingungen werden wir in den nächsten Tagen noch viele wunderbare Orte besuchen. Ein Blick auf die Wellen, Seemannsgriff, ein beherzter Schritt und schon sitzen wir im Gummiboot und düsen unserer ersten Anlandung entgegen.

Vier Zügelpinguine bilden das Empfangskomitee. Weiße Bäuche, schwarze Rücken und ein unglaublich süßes Gesicht: weiß mit schwarzer Haube, schwarzem Schnabel und einer schmalen Linie über den Wangen. Entspannt putzt sich das Quartett zwischen blauschimmernden Eisblöcken und watschelt dann hop, hop, hop über den dunklen Kieselstrand.

Erst nach einer ausgiebigen Fotosession können wir uns von von den süßen Pinguinen wieder losreißen. Am liebsten würde ich den kleinen Hoppern stundenlang zusehen. Netterweise begleiten sie uns ein ganzes Stück des Weges.

Ein kleines verfallenes Holzboot erzählt von Vergänglichkeit. Dieses unschuldig wirkende kleine Boot hat eine dunkle Geschichte. Es ist der Beweis, dass leider auch an diesem schönen, abgelegenen Ort der Mensch bereits Raubbau betrieben hat. Für Interessierte lüftet ein Mitglied des Expeditionsteams das dunkle Geheimnis: Das unscheinbare Bootswrack war ein altes Walfangboot.

Einige Meter weiter, den Hügel nach oben, entdecken wir einen Weißgesicht-Seidenschnabel, einen typischen Vogel der antarktischen Region. In der Ferne können wir die Pinguinkolonie erspähen. Die ersten Passagiere sind dort bereits angekommen, doch für uns gibt es unterwegs viel zu viel zu entdecken, um schnell vorwärts zu kommen. Langsam folgen wir der Route aus roten Fahnen, die das Team für uns abgesteckt hat. So kann jeder Half-Moon-Island in seiner eigenen Geschwindigkeit erkunden. Ein sehr angenehmes System.

Mehrere dicke Seebären tummeln sich in der Bucht, ein einzelner weiblicher See-Elefant liegt dazwischen, Zügelpinguine sitzen auf kleinen Schneefeldern und im Hintergrund türmen sich Gletscher und Berge. An einem weiteren Küstenabschnitt watscheln uns plötzlich ein paar Eselspinguine entgegen. Sie sind ähnlich groß wie die Zügelpinguine, haben aber einen schwarzen Kopf mit einem großen weißem Fleck über dem Auge und einen auffälligen orangenen Schnabel.

Schließlich erreichen auch wir die Zügelpinguin-Kolonie. In kleinen Gruppen (die uns an unserem ersten Tag sehr, sehr groß vorkommen, weil wir den Vergleich zu Südgeorgien noch nicht kennen) stehen die Tiere eng beisammen. Sie sind mitten in der Mauser und geben ein ulkiges Bild ab.

Manche sehen extrem dick aus: aufgeplustert, flauschig und so plüschig, dass man sie am liebsten knuddeln würde. Einige sind total zerrupft und wirken wie ein alter Flickenteppich. Andere sind bereits wieder edel geglättet und blütenweiß neu befiedert. Der Boden ist über und über von weichen Daunen übersäht und alles in allem erinnern diese kleinen schwarz-weißen Pinguine an Daunenkissen nach einer ausgiebigen Kissenschlacht.

Hier endet unsere Route für Heute. Zwei gekreuzte Flaggen gebieten Einhalt. Bis hierher und nicht weiter. Die Pinguine brauchen Ruhe während der Mauser. Sie können erst wieder fressen, wenn sie ihr Federkleid vollständig gewechselt haben. Pinguine mausern alle Federn gleichzeitig. Dies wird Katastrophale Mauser genannt, erklärt uns ein Vogelkundler des Expeditionsteams vor Ort. Im jetzigen Zustand sind sie nicht wasserdicht und können darum unmöglich in den eiskalten Wellen des Südpolarmeers auf die Jagd gehen. Es ist fasten angesagt. Um Energie zu sparen, bewegen sich die Tiere wenig. Darum ist es wichtig sie nicht zu stressen und einen respektablen Abstand einzuhalten. Also setzen wir uns, schweigen und genießen den Blick über die Kolonie.

Langsam kommen wir zur Ruhe, legen die Kameras beiseite und nehmen diesen besonderen Moment in uns auf. Im Hintergrund türmen sich die Berge und vor uns dösen putzige Federknäule. Wir sind angekommen. Ich atme tief ein und nehme zum ersten Mal bewusst den eigentümlichen Duft der Pinguine wahr. Sie haben einen ganz eigenen, würzigen Geruch. Glücklich lasse ich meinen Blick schweifen. Ich finde sie riechen nach Weite. Dies ist der Duft der Antarktis, an den ich mich erinnern möchte.

Zum vollständigen Artikel: Die raue Schönheit der Süd-Shetland Inseln (Erlebnisbericht Antarktis-Reise Teil2)


Antarktis • Antarktis Reise • Süd-Shetland • Half-Moon Island • Erlebnisbericht Süd-Shetland

Genieße die AGE™ Bildergalerie: Half-Moon Island und seine Zügelpinguine

(Für eine entspannte Diashow im Vollformat einfach eines der Fotos anklicken)


Antarktis • Antarktis Reise • Süd-Shetland • Half-Moon Island • Erlebnisbericht Süd-Shetland

Urheberrechte und Copyright
Texte und Fotos sind urheberrechtlich geschützt. Das Copyright dieses Artikels in Wort und Bild liegt vollständig bei AGE™. Alle Rechte bleiben vorbehalten. Auf Anfrage werden Inhalte für Print-/Online-Medien lizenziert.
Haftungsausschluss
Die im Erfahrungsbericht dargestellten Erlebnisse beruhen ausschließlich auf wahren Begebenheiten. Da die Natur nicht planbar ist, kann jedoch keinesfalls ein ähnliches Erlebnis bei einer nachfolgenden Reise garantiert werden. Auch nicht, wenn Du mit dem selben Anbieter verreist. Sollte sich der Inhalt dieses Artikels nicht mit Deiner persönlichen Erfahrung decken, übernehmen wir keine Haftung. Die Inhalte des Artikels wurden sorgfältig recherchiert und beruhen parallel auf persönlicher Erfahrung. Falls dennoch Informationen missverständlich oder fehlerhaft sind, übernehmen wir keine Haftung. Weiterhin können sich die Umstände ändern. AGE™ garantiert keine Aktualität und keine Vollständigkeit.
Quellenangabe zur Textrecherche
Informationen vor Ort, bei wissenschaftlichen Vorträgen sowie Einweisungen durch das Expeditionsteam von Poseidon Expeditions auf dem Kreuzfahrtschiff Sea Spirit, sowie persönliche Erfahrungen beim Besuch von Half-Moon Island am 03.03.2022.

Weitere AGE™ Reportagen

Diese Website verwendet Cookies: Selbstverständlich können Sie diese Cookies jederzeit löschen sowie die Funktion deaktivieren. Wir verwenden Cookies, um Ihnen die Inhalte der Homepage bestmöglich präsentieren und Funktionen für soziale Medien anbieten zu können sowie die Zugriffe auf unsere Website analysieren zu können. Grundsätzlich können Informationen über Ihre Nutzung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien und Analysen weitergegeben werden. Unsere Partner können diese Informationen mit anderen Daten kombinieren, die Sie ihnen zur Verfügung gestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Zustimmen Mehr Informationen

Übersetzung »