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Die Geschichte der Nabatäerstadt Petra in Jordanien

Der Anfang, die Blütezeit, die Zerstörung und Wiederentdeckung von Petra

Die Geschichte der Nabatäer-Stadt Petra in Jordanien - Photo Monastery Petra Jordan

Der Anfang

Das Volk der Nabatäer stammte aus dem Inneren Arabiens. Das nabatäische Reich war das erste arabische Reich der Geschichte. Über die Herkunft dieses Volkes ist wenig bekannt und es gibt verschiedene Theorien. Sie besiedelten vermutlich im 6. Jahrhundert v. Chr. das Gebiet um Petra und verdrängten den Stamm, der dort zuvor gelebt hatte. Anfänglich lebten sie als Halbnomaden mit Zelten im geschützten Tal Petras. Eine erste historisch belegte Notiz über die Nabtäer findet sich erst 311 v. Chr. in der griechischen Historik.


Der Aufstieg

Den Aufstieg verdankt die Stadt ihrer Bedeutung als Handelsplatz. 800 Jahre lang – vom 5. Jahrhundert v. Chr. bis zum 3. Jahrhundert n. Chr. – war die antike Stadt ein bedeutender Knotenpunkt für Händler. Petra lag strategisch günstig und wurde ein beliebter Stopp auf zahlreichen Karawanenrouten. So reisten die Händler zwischen Ägypten und Syrien oder auch von Südarabien zum Mittelmeer. Alle Wege führten über Petra. Das Nabatäergebiet gilt als Kreuzungspunkt zwischen Weihrauchstraße und Königsweg. Die Stadt wurde zu einem Zwischenhandelsplatz für Luxusgüter wie Gewürze, Myrrhe und Weihrauch und kam so schon im 4. Jahrhundert v. Chr. zu beachtlichem Wohlstand.


Die Bewährung

Im 3. Jahrhundert v. Chr. konnten die Nabatäer einen Angriff auf Petra abwehren. Einer der Nachfolger von Alexander dem Großen versuchte die für ihren Reichtum bekannt gewordene Stadt einzunehmen. Seine Armee konnte die Stadt plündern, wurde jedoch auf dem Rückweg in der Wüste von den Nabatäern gestellt und besiegt.


Die Blütezeit

Im 2. Jahrhundert v. Chr. entwickelte sich Petra vom nomadischen Händlerstützpunkt zu einer festen Siedlung und wurde die Hauptstadt der Nabatäer. Feste Bauten wurden errichtet, die im Laufe der Jahre immer gewaltigere Dimensionen annahmen. Um 150 v. Chr baute das nabatäische Reich seinen Einfluss Richtung Syrien aus. In den 80er Jahren des 1.Jahrhundert v. Chr. regierten die Nabatäer unter König Aretas III. Damaskus. Auch Petra erlebte seine Blüte während dieser Hochzeit der nabatäischen Geschichte. Die meisten Felsgrabstätten der Stadt entstanden im späten 1. Jahrhundert v. Chr und im frühen 1. Jahrhundert n. Chr.



Der Anfang vom Ende

Im 1. Jahrhundert v. Chr. unterstützten die Nabatäer den rechtmäßigen Erben des Throns von Judäa und vertrieben dessen Bruder bis nach Jerusalem, wo sie ihn belagerten. Die Römer beendeten diese Belagerung. Sie forderten den König der Nabatäer auf sich sofort zurückzuziehen, da er sonst zum Feind Roms erklärt würde. 63 v. Chr. musste sich Petra dann in den Dienst Roms stellen. Die Nabatäer wurden römische Vasallen. Trotzdem schaffte es König Aretas vorerst sein Reich zu wahren und Petra blieb vorerst autonom. Zu Lebzeiten Christi dürfte die Felsenstadt etwa 20.000 bis 30.000 Einwohner gezählt haben.


Unter römischer Herrschaft

Die Römer leiteten die alten Handelswege zunehmend um, sodass die Stadt immer weiter an Einfluss verlor und der Quelle ihres Reichtums beraubt wurde. Der letzte König der Nabatäer sprach Petra schließlich den Titel als Hauptstadt ab und verlegte diese nach Bostra im heutigen Syrien. Im Jahre 106 n. Chr. wurde Petra dann endgültig ins römische Reich eingegliedert und wurde fortan als römische Provinz Arabia Petraea geführt. Obwohl Petra Einfluss und Wohlstand verloren hatte, blieb es besiedelt. Ein kurzes zweites Hoch erlebte die Stadt als Bischofssitz und Hauptstadt einer römischen Provinz. Hiervon zeugen die Überreste mehrerer Kirchen aus der Spätantike im Tal Petras.


Verlassen, Vergessen und Wiedergefunden

Schwere Erdbeben haben einige Gebäude der Felsenstadt Petra zerstört. Insbesondere 363 n. Chr. gab es schwere Zerstörungen. Petra wurde nach und nach verlassen und nur noch von Beduinen für eine kurze Rast aufgesucht. Dann geriet die Stadt in Vergessenheit. Erst vor 400 Jahren zog der Stamm der B’doul wieder dauerhaft in die Höhlen Petras ein. Für Europa wurde die verlorene Stadt erst 1812 wiederentdeckt, bis dorthin gab es nur noch Gerüchte über die Felsenstadt aus dem Nahen Osten. 1985 wurde Petra UNESCO Weltkulturerbe.


Archäologische Ausgrabungen

Seit Anfang des 20. Jahrhundert finden Ausgrabungen in Petra statt und das Gebiet wurde für den Tourismus geöffnet. Die meisten B’doul, die dort noch in Wohnhöhlen lebten, wurden zwangsweise umgesiedelt. In den Randbezirken Petras finden sich bis heute bewohnte Höhlen. Inzwischen haben Archäologen auf einer Fläche von 20 Quadratkilometern rund 1000 Bauwerke und Ruinenreste gefunden. Es wird spekuliert, dass insgesamt erst ca. 20 Prozent der antiken Stadt ausgegraben wurden. Die Suche geht weiter: 2003 stießen Forscher bei Ausgrabungen auf ein zweites Stockwerk des bekannten Schatzhauses. 2011 wurde auf dem höchsten Berg der Stadt eine Badeanlage gefunden. 2016 entdeckte eine Luftarchäologin uralte Tempelreste aus 200 v. Chr. per Satellitenbild. Es bleibt spannend, wann die Geschichte Petras um weitere Kapitel ergänzt wird.



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Quellenangabe zur Textrecherche

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Universes in Universe (o.D.), Petra. Legendäre Hauptstadt der Nabatäer. [online] Abgerufen am 12.04.2021, von URL: https://universes.art/de/art-destinations/jordanien/petra

Ursula Hackl, Hanna Jenni und Christoph Schneider (o.D.) Quellen zur Geschichte der Nabatäer. Textsammlung mit Übersetzung und Kommentar. Insbesondere I.4.1.1. Die hellenistische Zeit bis zum Auftreten der Römer & I.4.1.2. Die Zeit von der Provinzialisierung Syriens bis zum Beginn des Prinzipates [online] Abgerufen am 12.04.2021, von URL: https://edoc.unibas.ch/15693/9/NTOA_51.pdf [pdf-Datei]

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